Vorne Pfui, hinten hui

Es gibt Tage, da bleibt die Zeitung einfach mal ungelesen auf dem Wohnzimmertisch zurück. Sie liegt dann einfach nur so da. Stapelt sich mit anderen ungelesenen Postsendungen zu einem kleinen Häufchen und fristet ihr Dasein. In der Hetze des Alltags wirft man dann immer mal wieder zwischendurch einen Blick auf die Überschrift und beschließt, sie doch noch nicht jetzt lesen zu können. Irgendwann denkt man da aber. Ach komm, dann liest du sie halt schneller und gut ist! Denn eins muss einem klar sein: Wehe, wenn du die Todesanzeigen nicht gelesen hat. Oder die neuesten lokalen Meldungen verpasst. Dann ist es aus, mit dem informiert sein.

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In dem Fall der auf dem Foto zu bewundernden Ausgabe des hiesigen Provinzblättchens und seiner blauen Schwester war das anders. Die Überschrift hat mich von Anfang an nicht angesprochen, erinnert sie doch zunehmend an die sehr populistischen, boulevardesken und verdummhornenden Überschriften einer Hamburger Tageszeitung. Davon ist das hiesige Provinzblättchen nicht mehr so weit entfernt. Insbesondere die Gestaltung der online-Ausgabe des roten – ja man kann inzwischen schon fast sagen – Käseblatts. Was ja auch kein Wunder ist, wo ein Teil des Unternehmens ja bereits den Norddeutschen gehört.

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Süß war im übrigen, als ich bei der Durchsicht der Zeitung dann am Ende auf der allerletzten Seite (witzigerweise der gleichen Ausgabe!!!) eine Anzeige fand, die – in eigener Sache geschaltet – den Leser vom Gegenteil überzeugen sollte. Sensationsjournalismus ist also nicht das Konzept, was die NW verfolgt. Ich frage mich bei der Überschrift nur, was das noch mit seriöser Recherche, fundierter Berichterstattung oder gar journalistischer Qualität zu tun haben soll?!?

Ein Gedanke zu „Vorne Pfui, hinten hui

  1. Huge

    Oh Mann, diesen Aufmacher hätte ich der NW echt nicht zugetraut. Die Bild ist übrigens mittlerweile nach Berlin umgezogen.

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