Archiv für den Monat: Juni 2008

Dellengucken

Heute ist der Vorführtermin meines zerbeulten Autos bei der Versicherung. Man erinnere sich: Am vorletzten Maientag brach die Hagelkatastrophe über Detmold und andere Ortschaften des oswestfälischen In- und Umlandes ein und riss doch arg viele KFZs in Mitleidenschaft. Die Lippische Landesbrand meldete kürzlich, dass dieses Unwetter MilliardenMillionenschäden hinterlassen hätte, die es in dieser Form noch nie gegeben hätte. Anstatt Rudelgucken ist heute Dellengucken angesagt. Mit gewaschenenem Auto geht es also in die Klingenbergstraße und mit der Hoffnung zurück, dass die Beulenpest an meinem Auto baldmöglichst wieder verschwinden möge. Mit den bekannten hundertfuffi Selbstbeteiligung…

Na siehste, rund 2.500 Euro ist der Schaden wert. Das ist doch mal ne Ansage….Der Wagen ist aber noch zu neu, als dass wir das Geld einsacken und auf den Kopp hauen.

Tapas und so

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So nett kann man am quasi wiedereröffneten Burggragen sitzen, beim alten Spilker und lecker Tapas essen. Bei herrlichsten Temperaturen und schönstem Sommerwetter. Dazu der Blick auf die Bäume vorm Schloss, den Burggraben und die nach Sonne oder Luft lächzenden Burgkarpfen. (die Gott sei Dank nicht auf der Speisekarte standen). Alle Straßencafes waren heute mittag ziemlich gefüllt mit Menschen. Mit ein bisschen Glück erwischte man dann doch noch den ein oder anderen Platz und konnte den Samstag genießen…

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Gedanken zur EM

Da war, glaube ich, die halbe Nation baff, als die Deutschen vor ein paar Tagen gegen Portugal ein überaschend gutes Spiel hingelegt, frühe Tore gemacht, nahezu geniale Angriffe vorgetragen hat, dass man sich nur noch gesagt hat: Das gibts doch nicht. Ein kleines Fußballwunder oder die Wiedergeburt einer Tuniermannschaft.

Was es auch nicht gibt, ist der unverschämte Dusel, den die Türken gestern hatten. Schon wieder ein Spiel gedreht in den letzten Minuten und dann nur noch abwarten bis die Kroaten im Elfekrimi die Dinger verhauen. Obwohl ich aber auch sagen muss: Respekt, für soviel Glaube an sich selbst und für das sich selbst nicht aufgeben. Dabei wussten wir natürlich schon immer, dass Selbstbewusstsein und Türke sein in enger Korrelation stand. Nur das anschließende Hupkonzert gestern Nacht viel weitaus weniger schlimm aus als befürchtet. Heben die sich ihre Energie etwa fürs Hupen für die letzten beiden Spiele auf die nächste Partie auf?

Ich weiß ja nicht

Wat iss jez mittie Deutschen????? Keah! Keah! Keah! Wat war das grottelig.

Hermine meinte noch, ich solle doch inner Stadt zum Rudelgucken gehen (ok, sie hat in Wirklichkeit public viewing gesagt), aber ich hatte schon irgendwie so ne Endspiel-Vorahnung. Wenn das schief gegangen wäre, hätte ich mich echt geärgert hingegangen zu sein. Und wenn das ein fulminanter und alles in allem völlig überzeugender Kantersieg geworden wäre, hätte ich mich geärgert, zuhause geblieben zu sein. Ich entschied mich für letzteres und kann nur von Glück reden, dass ich mir das Spiel nicht im Stehen angucken musste. Und ganz ehrlich – ich bin kein Berufspessimist – aber die Vasco da Gamas ham wa noch nicht geschlagen am Donnerstag.

Am Donnerstag geh ich Rudelgucken, hab ich zu hermine gesagt, das geht auf jeden Fall klar. Und bis dahin ist hoffentlich auch wieder mehr Mut und drive im Spiel der Deutschen. Sonst sieht das ganz finster aus. Und ein Hupkonzert in der Detmolder Innenstadt wäre dann Gott sei Dank auch nicht mehr….

Einparken

Neulich wurde ich Zeuge eines amüsanten Schauspiels. Von meinem Berliner Hotelzimmer aus konnte ich zufällig beobachten, wie jemand in eine Parklücke versuchte einzuparken. Eigentlich nichts ungewöhnliches – letztlich hat es meine Blicke auch nur kurz auf sich gezogen. Als ich dann aber nach einigen Minten noch mal aus dem Fenster schaute und das Endergebnis begutachtete, musste ich doch echt schmunzeln. Wie sagt man immer so schön: Sitzt, passt, wackelt und hat Luft.

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Trübe Aussichten

Man kommt ja zur Zeit zu nix. Nach der Arbeit fährste nach Hause, im Auto stimmste dich schon mal durchs Radio auf die nächsten Begegnungen ein, hast die Niederlage der Deutschen gerade mal so verkraftet und zu Hause angekommen wird gleich die Glotze angemacht. 18 Uhr ist halt so eine Zeit, dann kann man auch schon mal Ferngucken. Abendessen gibts dann irgendwann schnell zwischen der 1. und 2. Partie, und dann gehts gleich weiter mit dem zweiten Spiel. Chips und Bier satt, jeden Tag. So könnte es eigentlich Jahre lang weitergehen. Nur Fußball! Nur geile Spiele! Ein Paradies…

Wäre da nicht noch hermine, die auch ihr Recht fordert. Der oben beschriebene Tagesablauf ist so nicht ganz richtig, Szenen einer Ehe zur EM 08: Abendbrottisch decken, kurz bevor die Schweizer rausgeflogen sind. Den Kleinen ins Bett bringen, kurz bevor die 2. Halbzeit anfängt. Den letzten Einkauf besorgen und das entscheidende Tor verpasst. Blieb aber noch das Spiel der Deutschen, das wurde von vorne bis hinten geguckt. Immerhin. Modernes Eheleben hat seinen Preis;-)

In dieser Kneipe war noch niemand zugegen…die Gästen ahnten wohl schon was…

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Rudelgucken in der Stadthalle

Ich schließe mich dem Radiosender 1live an und vermeide ab sofort den Begriff public viewing. Dieser hatte darauf aufmerksam gemacht, dass das Wort p.v. in Amerika die  öffentliche Aufbewahrung von Leichen bedeutet. Grund genug für 1Live einen Aufruf nach einer Alternative für dieses Wort zu starten. Herausgekommen ist am Ende der deutsche Begriff Rudelgucken. Gruppenglotzen, Tummel-TV, Pillenkino und Meutekino hat es auf die übrigen vier Plätze verschlagen.

Einen Eintrag in den deutschen Duden gibt es dafür auch bereits, der so aussehen könnte:

Ru|del|gu|cken, das: gemeinschaftliches, meist öffentliches, Mitverfolgen vieler Zuschauer von Fußballturnieren wie die Welt- und Europameisterschaft auf Großbildwänden an öffenlichen Plätzen. Der Begriff Rudelgucken wird seit der Europameisterschaft 2008 anstelle des im Jahre 2006 eingebürgerten Scheinanglizismus „Public Viewing“ verwendet. Der Ausdruck wurde von 1LIVE, einem Hörfunksender des Westdeutschen Rundfunks, im Juni 2008 mittels einer Abstimmung der Hörer, als deutschsprachiger Begriff etabliert.

Rudelgucken gibt es zur EM 2008 auch in Detmold. In der Stadthalle. Ich selber war noch nicht da, kann also nicht berichten, welches Feeling dabei aufkommt, wenn das so in geschlossenen Räumen stattfindet. In jedem Fall ist es „wetterunabhängig“, wie die Veranstalter betonen…

Auftaktsieg

Das geht ja gut los! Mit einem sehenswerten 2:0-Sieg gegen unseren Nachbarn Polen startet die deutsche Nationalelf in die Europameisterschaft 2008. Zwei mal Poldi, null mal Polski, schrieb heute eine Tageszeitung. Ganz Ostwestfalen stand gestern abend Kopf und feierte den Gewinn der Europameisterschaft den ersten Sieg in der Vorrunde. Das anschließende Hupkonzert in der Detmolder Innenstadt dauerte eine ganze Stunde lang. Der Mob war los, die PS unter der eigenen Haube wurden ohrenbetäubend vorgeführt, es wurde gegrölt, geschrieben und gejubelt, Schwänze wurden verglichen und halsbrecherisch Auto gefahren. Das Ventil des sich mit großem Nachholbedarf an Nationalstolz gefüllten Gummireifen war wieder mal großzügig geöffnet und zischte durch die Nachtruhe. Meine Güte, was ist erst los, wenn wir Europameister werden…

Ein Ei am Morgen

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vertreibt Kummer und Sorgen. Gestärkt gehen wir in den Tag hinein und warten aufs Finale auf die Auftaktpartie der Deutschen gegen Polen. Die polnische Presse hat sich in den letzten Tagen überschlagen und mächtig Emotionen geschürt. Die journalistische Verwandschaft aus Hamburg Berlin fand als Antwort 50 Gründe, warum wir die Polen lieb haben. Alles sinnlos, entscheidend ist auf´m Platz. Warten wirs ab.

EM 2008

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Ich liebe sie, die klaren, verständlichen und einfachen Weisheiten im Leben.

Hä? Wie wir die EM gewinnen wollen? Ganz klar: Das Runde muss in das Eckige (siehe Plakat). Ist doch logisch. Und ein Spiel hat neunzig Minuten. Entscheidend ist sowieso auf dem Platz und dass Deutschland eine Tuniermannschaft ist, wussten wir schon immer. Die Schweden sind keine Holländer, auch klar, lieber Kaiser Franz. Wenn man ein 0:2 kassiert, dann ist ein 1:1 nicht mehr möglich. Oder Gesine Schwan, ihreszeichen fast Präsidentschaftskandidatin: Das Spiel am Sonntag geht 1:0 aus, sie weiß nur nicht für wen.

Haben Sie das Phrasenschwein schon aufgestellt? Die Tipps abgegeben? Die Deutschlandflagge gehisst. Na dann kanns losgehen. In diesem Sinne: Zwei Chancen, ein Tor, dass nenne ich hunderprozentige Chancenauswertung.

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Für mich…solls rote Rosen …

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Ein bezaubernd schöner Rosenstrauch in der Detmolder Innenstadt ist mir heute begegnet. Voller Stolz und Anmut, in der Abendsonne, filigran, aber stachelig, die Königin der Blumen, nicht gerade pflegeleicht, aber magisch. Wir lassen nix regnen, Rosen schon gar nicht.

Hangstein

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Das gute alte Hotel Hangstein in Berlebeck ist auch mal eine Reise wert. Insbesondere die landschaftlich reizvolle Umgebung macht es zu einem besonderen Ort. Auf dem Weg dahin, durch die lippische Schweiz, kommt es einem in der Tat wie in den Alpen vor. Wohnen kann man dort auch, es gibt 8 nette Ferien/Eigentumswohnungen und ein kleines Café obendrein. Einzig der bestellte Erdbeerkuchen enttäuschte auf ganzer Linie. Keine frischen Erdbeeren, wie man zu dieser Jahreszeit hätte vermuten könnte, irgendeine Konditor-Zucker-Erdbeermasse stellte den Ersatz für die frische Beere dar. Das ganze zwar mit Sahne, aber das hat es auch nicht mehr rausgerissen. Nun ja…

Lippisches Stufenheck

In einem früheren Blogeintrag hatte ich ja schon mal darüber berichtet, über das berühmt berüchtigte lippische Stufenheck. Und heute? Da ist mir das Phantom wieder mal begegnet und – und das ist das besondere – ich konnte sogar ein Foto davon machen. Hier ist also der Beweis für das allseits gefürchtete

LIPPISCHE STUFENHECK, Ausführung Opel Vectra, silber

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Hilfe!!!! Es kroch auch heute wieder mit 39,35km/h innerhalb geschlossener Ortschaften vor sich hin, dass sogar ihn verfolgende auswärtige Fahrer in den Wahnsinn getrieben wurden.

Achtung, die Ampel ist grün, bitte bremsen Sie jetzt!„, hat wahrscheinlich das speziell für silberne Opel Vectra programmierte Navisystem ausgespuckt. Und auf dem Foto sind tatsächlich die roten Bremsleuchten zu sehen. Es ist zum Weglaufen, Mann mit Hut, Fahrer träumt von den Externsteinen, einfach nur abartig….warum tritt das nur so gehäuft in Lippe auf?

Dopplerohr

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`Lippe at it´s best´. Immer wieder faszinierend, was Menschen antreibt, sich ihre Autos derart zu verschandeln. Und erstaunlich, dass das überwiegend in ländlichen Gegenden der Fall zu sein scheint. Beziehungsweise, sagen wir mal so: Je ländlicher, desto prolliger. Dieser scheue Opel Corsa hat also gleich mal ein Goldkettchen von seinem Herrchen umbekommen und neue „Puschen“ gleich hinzu. Nicht zu vergessen die Mörderfelgen.

Ob dadurch das Selbstbewusstsein anhgehoben wird, der imaginäre Schwanz größer wird oder ob es einfach nur schön aussehen soll…weiß wohl nur der Besitzer dieser Karre.