Archiv für den Monat: September 2008

Einmal OWL und zurück

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Mich verschlugs heute mal wieder in einen Zug der guten alten BundesLipperlandbahn. Ich glaube, ich war noch nie an einem Tag in so vielen verschiedenen Orten in OWL wie heute. Morgens in Paderborn („Pa-! Pa-! Paderborn, da hab´ ich mein Herz verlor´n“), mit dem Auto allerdings. Über die Gauseköte nachmittags nach Detmold. Dann mit dem Zug von down town Detmold über Herford nach Bad Oeynhausen. Dort mit dem Auto nach Minden, um einen Krankenbesuch im neu erbauten Megaklinikum zu machen. Zurucki dann wieder mit dem Auto. Das ostwestfälische Oberzentrum war heute zwar nicht Ziel meiner Tour, dafür bin ich aber einmal quer durch OWL.

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Der Fahrkartenverkauf in Detmold am Hauptbahnhof für Ziele in OWL funktioniert offensichtlich am Automaten nicht. Jedenfalls bei mir nicht. Und im Info Service Point Center Customer Kundendienst Helpdesk Zentrum wurde ich von dem überaus freundlich und gut aufgelegtem DB-Mitarbeiter („müssense nach da gehen, da gips Katen füar OWL…“) an zwei Damen verwiesen, die sowohl Kunden bedienten, aber auch mit ihrem Headset Karten verkauften. „Ach so, wussten Se noch nicht? Die OWL Karten gibts nur noch bei uns„. Frage mich nur, warum man erst am Automaten die Erfahrung machen muss, um sich dann durchzufragen. Naja, vielleicht bin ich ja auch blöd, und sowas müsste man eigentlich wissen. Ich fahr wahrscheinlich zu selten Bahn. Mit Bahncard wären die 9 Euronen nach Oeynhausen auch etwas erträglicher gewesen. Aber die gilt ja nur bei der Deutschen Bahn. Wenn ich mich nicht irre…

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Herbstspaziergang

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Gestern war es ja noch mal so richtig traumhaft schön. Viel Sonnenschein und bestes Spaziergehwetter. So auch auf diesem kleinen Pfad im Detmolder Osten. Kurz vorm Herbstanfang, der dann auch gleich mal erbarmungslos und standesgemäß an diesem Montag morgen mit fiesem Regen, Wolken und Schmuddelwetter Einzug gehalten hat.

Dummerweise ist mir neulich die Kamera zu Poden gefallen. Irgendwie lässt seit dem die Schärfe der Fotos deutlich nach. Auch der automatische Linsenschutz fährt nicht mehr hoch noch runter. Sehr ärgerlich, da das kleine Schätzchen einfach und überall mit hinzunehmen war und in jede Hosentasche passt. Naja, und ob ich die große Spiegelreflex mit herum schleppe, um auf Motivjagd zu gehen … fraglich. Dann müssen die Blogeinträge demnächst mal etwas mehr textlastiger werden.

Wo wir schon beim Jammern sind: Neulich meinte doch glatt noch irgend so ein Dödel, sein Revier abpinkeln zu müssen und hat meinem Auto einen fetten, geilen Schraubenzieherkratzer hinten rechts verpasst. „Na geil, du hohle Nuss, strull´ gefälligst in dein Revier und lass mein Pferd in Ruhe an der Straße stehen“…. jetzt, wo der große Wagen gerade vom Hagelschaden vollständig repariert wurde, wird der Kleine massakriert. Die dunkle Jahreszeit ist im Anmarsch…

Nukleus

Wer Detmold spüren und erleben will, muss sich an sein innerstes heranwagen. Haben Sie sich schon mal gefragt, wo der Detmolder Puls schlägt? Wo die Szene ist? Wo der Mob tanzt und das Herz schlägt? Es gibt einen Ort, an dem das stattfindet. Das sonvida? Das Landestheater? Die Regierung? Der Marktplatz?

Mitnichten…Wer Detmold kennt und Detmold lebt, weiß, dass das Zentrum woanders ist. Das kann zwar von Wochentag zu Wochentag variieren. Aber an einem Samstag wie heute liegt das Ur-Atom der lippischen Provinzmetropole definitiv an dieser Würstchenbude. Dem Zentrum. Dem Nukleus. Der Kernschmelze, wenn Sie so wollen. Wo es für zwei fuffi die geilste „Erbsensuppe wo gibts“ gibt, wo das Herz schlägt, der Puls geht, wo Detmold sich selbst definiert. Und wo sich die Szene trifft. Wo Karl-Heinz Schlütenpieper Annegret Lükenkötter trifft, und „die Lage bekakelt“. Wo Wilfrid Strate mit seiner Frau noch ne lippische Stracke kauft. Wo Karl-Heinz Deppe zusammen mit seinem Kumpel Horst Pickertrezepte austauscht. Wo sich Hiddessen mit Spork-Eichholz vereint, wo Remminghausen auf Berlebeck trifft. Wo Heidenoldendorf Pivitsheide VL oder VH scheißegal ist. Und wo der Prinz Armin hochgelebt wird. Hier puchert der Puls schneller, hier ist die Temperatur höher. Hier ist Detmold. Hier ist Lippe. Hier ist das Herz, der Kern, das Zentrum. Hier bin ich Mensch, hier darf ich Linsensuppe sein essen.

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Kohle

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Hossa! Ich komme noch an mein Geld. Haben Sie es auch schon mal in den letzten Tagen probiert?

Hatte in Anbetracht des aktuell stattfindenen Bankensterbens und Seifenblasenplatzenmäßigen Geldvernichtens überlegt, all´ mein Erspartes in Bares umwandeln zu lassen und mir davon Steckrüben Goldbarren zu kaufen. Aber nachdem die amerikanische Regierung nun mal gerade eben wer-weiß-wieviel Milliarden in den Umlauf geschleust hat, und der Dow Jones – frohlockend als wäre kaum was passiert – Luftsprünge gemacht hat, dachte ich mir, wird schon nicht so schlimm sein. Naja, und heute konnte ich auch was abheben, läuft doch alles normal in Detmold…?! Detmold ist halt nicht Amerika.

Irgendwie erinnern mich diese extremkapitalistischen Auswüchse und deren erdbebenmäßigen Selbstbereinigungen an Mutter Natur. Die nämlich vom Menschen ebenso schamlos und bis ins ultimo gereizt, ausgenutzt und unwiderruflich zerstört wird, dass sie sich eines Tages genau das zurück holt, was ihr gehört. Ob sich das in Überschwemmungen oder Wirbelstürme ausdrückt, es wird sich in jedem Fall gerächt. Und das sind Ausmaße, wie sie ähnlich gerade in der Finanzwelt stattfinden.

So wie ich den homo sapiens kenne, wird er auch aus diesen Ereignissen nichts lernen. Schließlich ist er an der Börse kein homo oeconomicus, sondern ein von Emotionen und nutzenmehrendem Verhalten getriebenes Wesen.

Kunst

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Detmold am Wochenende: Ein großer Kunstmarkt schlängelt sich durch den Schlosspark. DER Detmolder Kunstmarkt. Und das nun schon zum 35. Mal. Fast hätte hermann auch ein Werk erstanden, aber zu lange gezögert. Am Sonntag war es schon vergriffen. Gingen weg wie warme Semmel. Ein insgesamt herrliches Wochenende neigt sich dem Ende entgegen. Wettertechnisch fantastisch. Leicht frisch aber sehr sonnig. Der Frühherbst scheint angekommen. Dann auch noch in der Meierstraße Party. Was will man mehr. Lecker Bratwurst und Bier. Und frische Waffeln zum Kaffee. So könnte es jedes Wochenende weitergehen. Dazu noch viel Hausarbeit nach den aushäusigen Wochenenden der vergangenen Wochen mit geputzten Fenstern und aufgeräumten Zimmern.

Sportlich betrachtet läufts auch gut an. Die Lemgoer Handballer ganz oben, die Blomberger Damen von André Fuhr holen den ersten Heimsieg. Das wird ein feiner Herbst…

Keah, is das schön

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…der Blick auf den Kirchturm der Martin-Luther-Kirche mit dem traumhaft schönen Himmelsblau. Und einigen wenigen Wölkchen, die sich behutsam ins Gesamtbild schmiegen. Und der majestätische Turm, der umringt wird von vier kleineren Türmen. Deren Bedeutung, soweit ich weiß: die frühere Gerichtsbarkeit einer Stadt. Na, die hat Detmold ja in gewisser Weise auch heute noch behalten dürfen, aber darüber war schon mal was in einem früheren Blogeintrag zu lesen. Man erinnere sich. Punkt:-)

Batterie

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Benötige: 1 Blockbatterie 9 Volt. Das Garagentor lässt sich nicht mehr öffnen. Und die Karre steht damit ganz gediegen im „Parken nur für Anwohner“-Bereich. Da ich dafür aber keinen Ausweis habe und auch nicht mehr in die Tiefgarage komme, brauchts eine neue Batterie. Und zwar schnell!

Tanke? Wahrscheinlich haben die keine. Und wenn…bin ja sparsamer Lipper („…das muss nicht sein„). Woher also nehmen und nicht stehlen? Der Blick fiel an die Decke. Das 4 Euro 99 Gerät, das der Familie mal das Leben retten soll, musste herhalten. Zumindest bis ich morgen eine neue Batterie gekauft habe. Oder evtl. noch einen Rauchmelder, denn im Einzelpreis mag die Blockbatterie wahrscheinlich sogar teuerer sein als der Rauchmelder insgesamt.

Stadtgang

Die letzten Wochen haben ihre Spuren hinterlassen. Die Einträge im Detmold-Blog wurden weniger und weniger. Immer öfter habe ich Detmold den Rücken gekehrt/kehren müssen. Noch wohne ich in der Wunderschönen – natürlich – aber es gibt Zeiten, da ist man mehr im Flieger und auf Hochzeiten und fürdde Fiama unterwegs, als in seinen Heimatstädtchen. Wer nicht in Detmold ist, kann nichts über Detmold berichten. Das hat sich mit dem heutigen Tag mal wieder geändert. So war es mir vergönnt, den ganzen Nachmittag – und es war wettertechnisch ein echt geiler! – in und um die freundliche Baustelle am Detmolder Marktplatz zu verbringen. Nicht ohne ein Tässchen Kaffee beim Biere-Brotbäcker zu schlürfen und ein Stückchen Kuchen zu essen. Und zu sinnieren, was das Leben so hergibt.

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Irgendwie machte die City heute einen friedlichen Eindruck. Keine Ahnung, woran das lag. Weil die Baustelle sich so langsam aber sicher dem Ende entgegen neigt. Oder weil mal wieder einfach nichts passiert in der Wunderschönen. Abgesehen von den Lipper-Tagen und einigen interessanten Plakatankündigungen, die musikalischen Hochgenuss ankündigen (zugegeben, da kann man sich nicht beschweren). Vielleicht war es auch so friedlich, weil wieder mal ein Klamottengeschäft mehr zugemacht hat, und die Teens und Jugendlichen nun endgültig ihr Zeugs im Umland kaufen. Ich kam mir fast wie ein Fremder vor, habe ich doch die Entwicklungen der letzten Zeit verpasst. Wissen ist Macht, nichts wissen macht auch nichts.

Ein schönes Stück Pflasterung habe ich am Marktplatz entdecken können. Und den Übergang zum anderen Pflasterstyle der Langen Straße gleich mit…

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Ich zähle 5 Dessins auf einem Fleck (ohne den Gullideckel). Nicht schlecht, fast rekordverdächtig. Da hats die Nachbargemeinde mit ihrer Neubepflasterung der Altstadt besser gemacht und gleich rundumschlagmäßig alles durchgehend mit chinesischem Spezialpflasterstein versehen. Jaaa, erstmal wieder meckern! Das können wir Deutschen doch. Naja, egal. Ich reg´mich nicht auf. Solls halt aussehen wie es aussieht. Vielleicht wird es ja auch noch gemacht, in einem späteren Bauabschnitt. Oder, man schaut sich immer mal zum Vergleich etwas ganz anderes an, dann wirkt das zuvor betrachtete gleich ganz anders. Was sind schon 5 Pflasterstein-Dessins gegen 3 Dessins (als das neue Dessin am Marktplatz nämlich noch nicht da war)? Da sind doch 5 besser. Oder man stelle sich vor, es gäbe gar kein Dessin. Auch schön. Neulich, als ich in Polen war, waren nicht nur Innenstädte sonder auch ganze Bundesstraßen mit Kopfsteinpflaster verlegt. Das hat mit 60km/h schon so geruckelt wie als wennse mit dem Trecker über ein lippisches Steckrübenfeld möllerst. Da ist doch die alleinige Pflasterung der Fußgängerzone einer Innenstadt goldrichtig. Ich war mir am Ende des Tage jedenfalls sicher: Die Stadtplaner werdens schon richten. Mal schauen, wie es weitergeht.