Archiv für den Monat: Oktober 2008

Weiterbildung

Gelesen auf detmold.de

Am Montag, dem 20. Oktober nehmen mehrere Teams des Fachbereichs Stadtentwicklung der Stadt Detmold an einer Fortbildung zum Baurecht teil. Insbesondere sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bauordnung und Stadtplanung an diesem Tag nicht erreichbar. Der Fachbereich Stadtentwicklung bittet dafür um Verständnis. Ab Dienstag stehen die Teams dann wieder zu den gewohnten Sprechzeiten zur Verfügung.

Irgendwie süß diese Mitteilung. Ich veröffentliche morgen auch mal auf der Internetseite meiner Firma, dass ich von 9-11 einen Termin habe und ab 13.00 Uhr wieder aus der Mittagspause bin. So weiß jeder wenigstens immer Bescheid, wann was wer wie wo macht. Ist doch praktisch! Und obendrein verhindert es aufkommenden Unmut der potenziell interessierten Investoren der Lustgalerie, da sie nicht irgendeinen Mitarbeiter am Apparat haben, sondern gleich im voraus wissen, dass keiner da ist. Also, erst am Dienstag wieder anzurufen und die Baupläne abstimmen.

Herbstimpressionen

Man kann ja sagen, was man will. Vor allem über das Wetter. Aber das kann man ja eh nicht ändern. Es sei denn, man stößt Tonnen von Kohlendioxid in die Atmosphäre….aber das wollte ich eigentlich gar nicht schreiben.

Also, man kann ja sagen, was man will. Aber am europäischen Wetter unserer Breitengerade ist doch der Wechsel der Jahreszeiten etwas faszinierendes und wunderbares. Wer schon einmal über einen längeren Zeitraum in Gefilden gelebt hat, in denen der Sommer kein Ende nimmt und bereits am Morgen das Hemd vor Hitze auf der Haut klebt, der weiß´, wovon ich spreche. Jede Jahreszeit hat da ihren besonderen Reiz. Und der Herbst im besonderen sowieso. Auch wenn es heute mal wieder in Detmold leicht unbeständig war, so kann man insgesamt fast schon von einem goldenem Oktober sprechen.

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Der Wald in und um Detmold ist natürlich genauso schön, wie der in der Nähe der Edertalsperre, wo dieses Foto entstand.

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Obgleich die Pilzsaison schon fast am Ende ist, fand sich doch das einer oder andere Leckerli im Untergehölz. Mahlzeit!

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Turbulente Zeiten

Ich schrieb ja schon mal an früherer Stelle über den mittelschweren Börsencrash und den Teilzusammensturz des (überwiegend) amerikanischen Bankensystems. Bisher hat es ja nur eine Bank in Deutschland so richtig erwischt, mal schauen, was sonst noch so kommt. Der wirtschaftliche Abschwung gesellt sich gleich mal mit dazu und die Blätter von den Bäumen purzeln auch jeden Tag auf die Erde nieder. Heidenei, wie soll das weitergehen? Hamsterkäufe habe ich bisher nicht vernommen, aber was nicht ist, kann ja noch werden. Ein kleiner Vorteil: der Ölpreis sinkt auch jeden Tag und – verzögert dank der raffgierigen Ölgeselleschaften – der Benzinpreis entsprechend auch. Tanken für unter 1,30 Euro war heute angesagt in Heiligenkirchen. Wann gab es das zum letzten Mal?

Den ganzen Turbulenzen werde ich erstmal mit hermine und hermann junior entfliehen und ein Wochenende in ruhigen Gefilden verbringen. Noch ruhiger als im ruhigen Detmold. Und wenn man mal für ein Wochenende keine Nachrichten schaut oder liest, dann sieht die Welt doch gleich ganz anders aus…in diesem Sinne…

Souvenirs

Wer noch ein paar lippische Souvenirs braucht, verfolge doch einfach mal den link zu einer Detmolder Agentur, die hier allerlei bunte hermännchen und co. verarbeitet hat. Den Che rusker hatte ich glaube ich schonmal früher in diesem blog erwähnt. Also, immer schön an Weihnachten denken! Oder an die buckelige Verwandschaft, die nicht im Lipperland wohnt.

Gehts noch?

Heute auf spiegel online gelesen:

„Wildwest auf der Autobahn: Auf der A2 bei Herford hat ein aggressiver Autofahrer eine andere Verkehrsteilnehmerin, die mit 110 Stundenkilometern unterwegs war, verfolgt, gestellt und handgreiflich bedroht.

Ein aggressiver Autofahrer hat eine Frau verfolgt und bedroht, die ihm auf der Autobahn offensichtlich zu langsam fuhr.

Der Mann war mit seinem Wagen auf der mittleren Spur der A2 bei Herford unterwegs, als die 39-Jährige vor ihm ausscherte und mit 110 Kilometer pro Stunde einen Lastwagen überholte, teilte die Polizei mit.

Der Unbekannte fuhr auf den kommenden 10 Kilometern immer wieder dicht auf, überholte, ließ sich wieder zurückfallen und nahm dieselbe Ausfahrt. Er verfolgte sie und stieg an zwei roten Ampeln aus seinem Wagen, schlug an ihr Fenster und trat gegen die Reifen. Die 39-Jährige konnte ihn abhängen.“

Heftig, die Story. Unterstützt aber mal wieder die allgemeine Annahme, dass wir im letzten doch nur schwanz-, Testosteron- und irgendwie animalisch triebgesteuert sind.

Außer die Lipper natürlich! Aber die fahren ja auch nicht schnell oder gar aggressiv.


So weit die Füße tragen

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So seh´n Blasen aus, liebe Freunde! Entschuldigung für den Anblick, aber das bewegt mich gerade.

Hermanns Freuden über seine Solo-Wanderung durch das Eggegebirge wurde ein wenig getrübt durch insgesamt vier fiese Bläsken unter den Füßen. Die brachten am Ende so viel Schmerz ein, dass ich schon in Leopoldstal in den Zug nach Detmold gestiegen bin, anstatt alles zu Fuß nach Hause zu laufen. Egal, brauch kein Mitleid, hätte ja bessere Socken anziehen können:-)

Los ging es am Fernsehturm in Willebadessen über den Kamm des Eggegebirges, vorbei an Bad Driburg bis nach Altenbeken. Dort übernachtet und heute morgen weiter über Veldrom, Velmerstot und den Eggeturm bis Leopoldstal. Eine insgesamt ganz nette Tour, durch viel Wald hindurch und gerade im letzten Abschnitt mit vielen schönen Aussichten ins Lipperland. Viele Wanderer sind mir nicht gerade entgegengekommen, auch kein Reh und kein Hirsch, obwohl gerade Brunftzeit. Und die Anzahl der Schritte wurde auch dokumentiert…

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Marsch

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Morgen gehts los, zu einem mehrtägigen Gewaltmarsch der besonderen Art. Einmal Eggegebirge und zurück. Naja, nicht ganz, einmal nur zurück. Mit dem Zug gehts nach Südostwestfalen und von dort im Stechschritt zurück in die Wunderschöne. Allein. Zum Entspannen. Und Kopf frei kriegen. Kein Handy, kein gar nix. Nur hermann und der Wald.

Lass doch der Jugend…

…der Jugend, der Jugend ihren Lauf„.

Gesehen am Freitag abend in einer Detmolder Kneipe: Ich war gerade beim gemütlichen Fußballgucken, als gegen 21.30 Uhr eine junge Frau mit ihrem maximal dreijährigen Sohnemann in Begleitung eines, …. sagen wir mal, Typen, die Kneipe betrat. Sie hatte den Kleinen im Schlepptau, der natürlich überhaupt nicht wusste, wie ihm geschah und was er dort sollte. Ihr Begleiter, eine Mischung aus Bushido und 50Cent, steuerte schnurstracks auf den Billiardtisch im hinteren Bereich der Kneipe zu. Kippe im Maul und Gangstablick aufgelegt. Der Kleine saß die folgende Zeit am Stehtisch (über den er kaum drüber gucken konnte), spielte mit den Zigaretten seiner Mutter und gab ab und zu einen lauten Kreischton von sich, dass sich der ein oder andere Kneipenbesucher verdutzt umdrehte.

Heute: Ich bringe die ausgeliehene CD vom Wochenende zurück. Quizfrage: Was mache ich, wenn ich als Mutter mit meiner ca. 1,5 Jahre alten Tochter in eine Videothek gehe und mir gerne das Angebot an Porno- und Horrorfilmen anschauen möchte, der Bereich aber abgetrennt und der Zugang erst ab 18 ist??? Richtig!!! Ich frage kurzerhand mal den Typ von der Videothek hinterm Thresen, ob er nicht mal gerade auf mein Töchterchen aufpassen kann! Lecker das Angebot studieren, den oder die Hardcoreporno(s) ausleihen und zusammen mit der ganzen Familie einen gemütlichen Fernsehabend machen. Scheint zur Zeit trendy zu sein…

Das wars

…ein verregnetes Wochenende neigt sich dem Ende entgegen.

Was war los in Detmold? Das Residenzfestchen! Ist irgendwie ins Wasser gefallen. Mitglieder der Werbegemeinschaft würden wahrscheinlich von einem Riesenerfolg sprechen, „der die Stadt Detmold in seiner Attraktivität und Beliebtheit im hohen Maße bereichert hat … blabla…“ Ok, die Zitate aus den üblichen Pressemeldungen kennen wir. Was konnte man heute wirklich sehen?

Kasperltheater für die Kleinen: sehr gut, das geht immer. Eine Würstchenbüde: Nun gut, die gehört halt dazu. Offene Geschäfte (womit wir beim Kern des Sinns und Unsinns dieser Veranstaltung angelangt wären): Arme Kaufleute, kein Wochenende gehabt. 5 VWs von Stegelmann: weiter gehts mit den mehr oder weniger attraktiven Kaufanreizen. Eine Baustelle, um die sich alle Leute drumherum geschlängelt haben: Sieht schxxx aus, ist es auch.

Ok, hermann, ganz ruhig bleiben. Liest du hier (Lippe-aktuell, Zitat des Vorsitzenden der Werbegemeinschaft): „Wir ha­ben wie­der ein at­trak­ti­ves Pro­gramm zu­sam­men­ge­stellt, um das dies­jäh­rige Re­si­denz­fest am 4. und 5. Ok­to­ber trotz oder ge­rade we­gen (!) der Bau­stelle Markt­platz zu ei­nem vol­len Er­folg wer­den zu las­sen„. Einfach sensationell. Will man die Detmolder Bürger eigentlich für doof verkaufen? Wegen der Baustelle wird es ein tolles Residenzfest…ich bin echt kurz davor, das wirklich zu glauben…

Hat mich alles irgendwie an die gestrige „Wetten, dass…?-Sendung“ erinnert, wo alle Gäste ihre neuste CD vorgestellt – als Alibi für ihr Kommen in die Sendung aber als Wettpate fungiert haben. Außer vielleicht Karl Lagerfeld, der außer seinen Steiff-Teddys nichts außergewöhnlich neues anzubieten hatte. Seine Kollektion kommen – wie alle anderen auch – zwei mal im Jahr neu raus. Außerdem ist er schon mindestens 70 Jahre alt geworden, da lässt das mit der aggressiven Verkaufsförderung etwas nach. Altersmilde nennt man das wahrscheinlich. — Jedenfalls gehört dieses Fest in Detmold eher zu denen, die die Welt nicht braucht, da gibt es besseres.

Neben eines Besuches in der Metropole Ostwestfalens, einem gleichzeitigen Besuch seiner wirklich gelungenen Kunsthalle (samt einer derzeit vielleicht nicht ganz so gelungenen Austellung einer recht bekannten Person aus New York) stand es doch ganz im Zeichen des Herbsts. Tiramisu essen im Stahlberg Alter Markt (zu empfehlen). Kastanien und Herbstlaub sammeln. Und so weiter. Viel geregnet und gestürmt hat es, dass die Schwarte kracht. Wer jetzt seine Heizung noch nicht eingeschaltet hat, ist selber schuld. Oder vielleicht HartzIV-Empfänger, wie es neulich von einem inzwischen berühmt berüchtigten Berliner Minister erklang: Öfter mal seinen Pullover anziehen, um Heizkosten zu sparen.

Enden sollte das Wochenende mit einem frisch ausgeliehenen Filmchen aus einer Detmolder Videothek.

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Keinohrhasen, mit Til Schweiger und anderen selbstverliebten Akteuren der deutschen Kinoleinwand. Nun ist es ja nicht so, dass ich bei diesem Film mit sonderlich viel gerechnet hätte. Aber dass es so schlimm kommt, hat selbst hermine überrascht. Nach spätestens einer halben Stunde im Free-TV hätte ich umgeschaltet oder bereits alle Seiten des Videotextes des entsprechenden TV-Senders durchgehabt. Dieser Film hat ja nicht nur kein Niveau (wovon auszugehen war), er hat auch alles andere nicht. Keine Handlung, kein wirklich witzigen Witz.

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Die geöffnete Flasche Weißwein leerte sich aus Frust und Langeweile schneller als erlaubt. Da schmerzte selbst der eine Euro, den dieser Film gekostet hatte. Und „mein neues Leben XXL“ wäre mit Sicherheit die bessere Alternative gewesen…

Freilichtmuseum

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Ein paar Wochen hat es noch geöffnet, das Freilichtmuseum in Detmold. Und die vergehen schnell. Deswegen: schnell die Gelegenheit genutzt und mit der ganzen Familie in eins der touristischen Klassiker Detmolds. Das herbstliche Wetter war nicht mehr wegzudiskutieren, so frisch war es inzwischen. Das Laub hat sich wunderbar verfärbt und die tiefer stehende Sonne ihr übriges getan. Ein Tag, um schöne Motive zu sammeln, lecker Kuchen in der Bäckerei zu essen…

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dessen Korn möglicherweise hier gemahlen wurde…

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Karnickel

…am Tag der deutschen Einheit. 18 Jahre ist es her, dass Ost und West vereint. 18 Jahre, 16 deutsche Bundesländer, 3 ostwestfälische Karnickelkäulen vom Detmolder Wochenmarkt – schmorten heute mittag in köstlicher Senf-Weißwein-Rosmarin-Sauce. Dazu ein guter Müller-Thurgau. Einfach vorzüglich. Und dazu das Pracht-Herbstwetter. Oh wie wohl ist mir am Feiertag…

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Reinigen in Ruhe

Wer jeden Tag in business outfit seine Taler verdient, kennt das Problem: Die Berufskleidung ist steuerlich nicht absetzbar relativ schmutzempfindlich und anfällig für Verunreinigung, allen voran die verlängerten Phallussymbole des Mannes, die Krawatten. Ein Teller Spaghetti in der Betriebskantine lässt jede Haushaltskasse und Männerpulse höher schlagen. Und auch die intelligenten Vorsichtsmaßnahmen der Krawattenträger (z.B. das seidene Stück zur Mahlzeit am obersten Hemdknopf unter das Hemd wandern zu lassen) helfen da nichts, irgendwann ist es geschehen: der Fleck ist auf der Krawatte.

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Dieses strahlende Stück ist bislang glücklicherweise nicht betroffen. In meiner letzten Lebensabschnittswohngegend in Süddeutschland gab es eine Reinigung, die für 2 Euro 90 Krawatten von jeglichem Schmutz und Dreck entfernt hat. Und das ganze in zwei Tagen. Egal ob Carbonara-Sauce oder Tannzäpfle-Bier, die Krawatte wurde sauber.

In Ostwestfalen ist das offensichtlich anders, wie ich inzwischen festellen durfte. Da gibtst du dein bestes Stück für 5-6 Euro Vorkasse in die Reinigung, lässt es reinigen, es wird nicht sauber, und die Verkäuferin schaut dich mit kullernen Augen an: „Fleck nicht rausgegangen, Dienstleistung aber erbracht.

Die Immobilienpreise liegen in OWL zwar ca. ein Drittel bis die Hälfte unter denen südlich der Mainlinie, aber die Krawattenreinigungspreise um etwa den gleichen Faktor da drüber. „Fleck nich rausbekommen“ inklusive. Egal, ob ich das in Paderborn oder Detmold mache. Bei einer bekannten Reinigung in Detmold (die in halb OWL zahlreiche Filialen besitzt) verlangt man heuer 6,99 (!!!) Euro für die Reinigung einer einzelnen Krawatte!!! Heute wollte ich sie (nach einer Woche(!)) abholen, Fleck ist mal wieder nicht rausgegangen. „Können wir nachbessern, dauert nur noch mal ne Woche„(!). Entschuldigung, aber da fehlen mir echt die Worte.

Ich weiß nicht, ob in OWL die Wäsche noch auf nem alten Waschbrett von Waschweibern an der Becke oder im Donoperteich gesäubert wird, aber dieser Service ist unterirdisch. Und das schlimmste: Ich und hermine kennen keine Konkurrenz, die besser ist.