Archiv für den Monat: November 2009

Wundert wen noch irgendwas, Teil 6

Was sich in den letzten Wochen andeutete, musste jetzt ja so kommen. Mich wundert in diesem Land so langsam nix mehr…

Unter anderem im Spiegel war heute unter der Überschrift „Deutschland ist jetzt Berlusconi Land“ zu lesen:

Roland Koch hat sich durchgesetzt, der missliebige Nikolaus Brender wird als ZDF-Chefredakteur abgesetzt. Damit hat die Politik dem Sender das Rückgrat gebrochen. Nicht nur der CDU-Ministerpräsident ist schuld – sondern alle, die ihn hätten aufhalten können.

Nun hat er also gesiegt, Roland Koch, der Westentaschen-Berlusconi aus Hessen. Im Handstreich hat er einen unbequemen Chefredakteur aus dem Amt gedrängt, der nicht nur den Rückhalt seines Intendanten hatte, sondern die Unterstützung der breiten Öffentlichkeit. Koch, seine schwarzen Ministerpräsidentenkollegen und ein paar auf Unionsticket reisende „Gremiengremlins“ (Günther Jauch) dürfen sich nun als die wahren Herren im ZDF fühlen. Zustände wie im italienischen Staatsfernsehen. Immerhin. Zwei Verwaltungsräte, die dem Unionslager zugerechnet werden, stellten sich Koch in den Weg. Sie wählten Brender, trotz immensen politischen Drucks. Das ist ein Hoffnungsschimmer, ändert aber nichts am grundsätzlichen Befund.

Das ZDF ist mit dem heutigen Tag für jeden sichtbar ein Staatssender. Und es ist es nicht mehr nur der Möglichkeit nach, sondern ganz praktisch. Fast so, wie es sich Konrad Adenauer einst gewünscht hat. Was der Alte aus Köln damals plante, wäre glatter Verfassungsbruch gewesen. Was Koch und die Seinen heute taten, ist zumindest Verfassungsbeugung. Dem ZDF ist das Rückgrat gebrochen. Von jetzt an wird ein ZDF-Zuschauer, der sich nicht veralbern lassen will, nicht mehr davon ausgehen können, dass ein ZDF-Journalist unabhängig ist. Wo so offensichtlich Politiker aus Parteitaktik hineinregieren können, da muss der Zuschauer bei jedem Journalisten erst einmal argwöhnen, er sei irgendeiner Partei zu Diensten. Oder sein Kollege. Oder sein Chef. Das ist keine Sache, die nur ein paar Medienethiker interessiert. Journalismus, der vom Staat redigiert wird oder auch nur diesen Anschein hat, schadet der politischen Kultur. In den USA verloren Fernsehen und Zeitungen dramatisch das Vertrauen der Zuschauer, als sie einseitig regierungsfreundlich über den Irak-Krieg berichteten. Will irgendjemand ernsthaft, dass ARD und ZDF in diese Falle geraten?

Doch das ist nicht allein die Schuld von Roland Koch. Er allein war nie das Problem, sondern die, die ihm nicht in den Arm fielen und es doch hätten tun können. Wo waren denn die Politiker der Union, die für die Unabhängigkeit des Journalismus eintraten? Selbst die großen Alten der Partei, die keine Karriere riskiert hätten, die Richard von Weizsäckers und Kurt Biedenkopfs, schwiegen. Wo waren die Sozialdemokraten, die den Fall Brender nicht nur parteitaktisch ausnutzten, sondern den Mut aufbrachten, das ganze System per Verfassungsklage auf den Prüfstand zu stellen? Laut war nur ihre Anklage gegen die Union. Leise wurden die Klaus Wowereits und Kurt Becks, sobald auch ihr eigener Einfluss zur Debatte stand. Und wo war in dieser Debatte ZDF-Intendant Markus Schächter? Er hat nicht einmal versucht, die schon mobilisierte Öffentlichkeit für sich und seinen Chefredakteur zu nutzen. Immerhin: Er hat zu Brender gestanden, bis zum Schluss. Ein Intendant Hasenfuß ist er nicht. Aber auch keiner mit besonderem Mut.

Der 27. November ist ein schwarzer Tag nicht nur fürs ZDF. Das wachsende Misstrauen der Zuschauer und Wähler trifft nicht nur den öffentlich-rechtlichen Sender, sondern die ganze politische Kultur, die nicht in der Lage war, einen Ministerpräsidenten außer Rand und Band aufzuhalten. Deutschland ist von heute an Berlusconi-Land.

Na dann, gute Nacht Deutschland…!

KlippenForum auf www.aufdenklippen.de

Es gibt ein neues Forum für alle, die in Detmold und Umgebung wohnen – das KlippenForum. Ziel bzw. Inhalt dieses Forums sollen aktuelle Themen rund um Detmold sein.

  • Was brennt unter den Nägeln der Detmolder?
  • Welche Meinungen von anderen Mitbürgern gibt es zu diversen Themen (z.B. Kündigungen bei Weidmüller, Großraumkino in Detmold oder Lage)?

Das KlippenForum ist brandneu uns will sich in den nächsten Wochen und Monaten erst zu einer entsprechenden Plattform etablieren. Wenn die Leser des Detmold-Blogs Lust haben daran mitzuwirken, dann schaut vorbei. Das KlippenForum ist Bestandteil der Seite www.aufdenklippen.de . Es gibt auch einen KlippenBlog unter http://aufdenklippen.de/blog/ .

See you soon…

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Einkaufen

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…kann man hier definitiv nicht bis 24h. Und das ist auch gut so. Oder auch nicht. Für mich als eher spät-nach-Hause-kommer, aber eine bessere Hälfte-haber, die die Einkäufe auch vor 18h erledigen kann, ist es relativ egal, ob 20h, 22h oder Mitternacht. Bisher war ich nur zweimal nach 21h einkaufen. War irgendwie strange, da völlig leergefegt der Laden.

In diesem Geschäft gibt es jedenfalls nur Süßes und Kaffe, keine wirklich richtigen Lebensmittel. Und meines Wissen hat er auch nur bis 18h geöffnet, dafür aber feine Geschenkideen zu Weihnachten für die bucklige nicht in Detmold wohnende Verwandtschaft. Oder wie wär es mal mit einem SixPack Thusnelda-Bier? Leute, dat geht ganz schnell jetzt wieder mit die Geschenke und die Vorweihnachtszeit! Auf, auf in die Läden! Oder machts wie hermann: Allemann aufs Familienfoto, Abzüge bestellen und damit gleich einen Großteil aller Geschenke abgedeckt. Sieht schön aus, freut die anderen (hoffentlich), kann man nur schlecht jedes Jahr wiederholen…

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Wollte keinen neuen thread aufmachen, da es so schön hier reinpasst:

Gestern stieß ich in der LZ auf die folgenden drei Beilagen: 1. „Einkaufen in Detmold“, ein schlecht gemachter Prospekt, der mich vom Inhalt her daran erinnerte, als ob jetzt die letzten Geschütze aufgefahren werden, um Detmold als „Einkaufsstadt“ vor dem Untergang zu retten. Das ganze wahrscheinlich aus der Provinz-Werbeschmiede des Herrn T. Mich wundert nichts mehr. 2. und 3. „Flyer Zurbrüggen, Bielefeld“, „Flyer Sport Scheck, Bielefeld“. Noch Fragen?

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Liebhart

War schon mal einer der Leser im kürzlich eröffneten Bier-Restaurant Liebharts in der Bruchstraße? „Tradition trifft Innovation“ titelte die LZ seinerzeit auf ihrer Sonderseite. Das kann man zweifelsohne von der Architektur und Inneninrichtung sagen. Sehr gemütlich wirkte das ganze bei hermanns und hermines Besuch heute abend. Eine Steinmauer hinter Glas mit buntem wechselnden Lichteffekten, und das ganze direkt an Schloßgewässer, brachte eine herrliche Atmosphäre für einen verliebten Abend zu zweit.

Zum Essen können wir nix sagen, die gute alte Käsestulle hatte bereits vorher einen ihrer Dienst seinen Besitzern erwiesen. Gut, über Biergeschmack lässt sich streiten wie über eigentlich vieles. Lassen wir das also im Detail. Ich bin eher Herforder-Trinker als Detmolder, aber hermine war ganz angetan vom Liebhartschen Bier.

Wie gesagt, sehr gemütlich, auch das Obergeschoss, die Toiletten fallen vom Design her etwa 2 Ligen ab, schnöde öde, aber korrekt. Bedienung sehr aufmerksam und aufgeweckt. Der Pächter steckte zwischendurch seine Nase in ein frisch gezapftes Bier (um zu prüfen, ob es noch gut riecht?) und hat die Eiswürfel grundsätzlich mit der Hand ins Glas befördert (!). Naja, egal, solange er sich nach dem Pillern die Hände wäscht. Ansonsten war eigentlich alles ganz stimmig. Derzeit eine Bereicherung für Detmold. Mal schauen, ob es so bleibt. Das Fox in der Langen Straße wird ja irgendwie auch immer mehr zur Fußballkneipe….und das bei der chillig-modernen Innenreichtung….ein Jammer.

Leere Innenstadt

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Das Aussterben der Innenstadt geht weiter. Ende des Monats packt nun auch Aldi seine Umzugskartons und zieht in ein größeres Gebäude. Die Räumlichkeiten in der Schülerstraße sind den heutigen Ansprüchen nicht mehr gerecht geworden.

Sicherlich, der Wegzug von Aldi als Nahversorger ist ein Verlust – der letzte seiner Zunft geht vondannen – als attraktives Geschäft in der Innenstadt war es eigentlich noch nie bekannt. Welcher Aldi ist schon „attraktiv“? Jetzt müssen sich die Stratenkötters und Schäpertöns dieser Welt woanders umschauen. Zum Beispiel im neuen Kaufland. Der hat bis Mitternacht geöffnet, so dass man es zu Fuß ganz gut aus der Innenstadt an einem Tag schaffen könnte. Oder man verzichtet gänzlich auf Lebensmittel, ruft jeden Abend den Pizza-Bringdienst und kauft dafür bei diesem italienischen Feinkostgeschäft ein…

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Schinken satt…

…im Schinkenhaus in der Langen Straße.

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Was für Okkolyte da hängen, Sensationell! Und das geilste ist der kleine Zettel auf dem einen Schinken: „verkauft“. Wie beim Autohändler um die Ecke. Weg isser! Dabei hängen da ja noch zig tausend andere. Und wer kann eigentlich so viel Schinken essen? Auf einmal? Oder ist er für die Detmolder Groß-Gastronomie? Fragen über Fragen…

Der Nordring ist hin……….:-(

Jeden Morgen das Gleiche… Schlangenlinien um die Schlaglöcher zu vermeiden!!!! Zwischen Diestelbruch und Hohenloh sind echt miese Löcher die nicht wirklich kleiner werden! Meine Anfrage an Straßen.nrw lautete:

Hallo,

die B239 im Bereich Detmold (zwischen Kreuzung Diestelbruch und Hakedahl) ist in einem sehr schlechten Zustand. Dort dürfen Motorräder nur noch 50 fahren. Wenn da nicht bald die Löcher gestopft werden, wird die Nordumgehung von Detmold wohl noch als 30er-Zone enden. Da diese Löcher im letzten Winter enstanden sind, hatte ich eigentlich gehofft, dass die Fahrbahndecke im Rahmen des Konjunkturpakets repariert wird.

Den jetzigen Zustand finde ich ziemlich gefährlich, da ortskundige Autofahrer die Schlaglöcher umfahren (um ihr Auto zu schonen!), dabei allerdings auch die Mittellinie überfahren (Gegenverkehr!!!) . Außerdem befinden sich auch viele Löcher in einer Rechtskurve Richtung Detmold.

Wann wird hier Abhilfe geschaffen?

Hier die Antwort:

der genannte Streckenabschnitt wurde erst mit Wirkung vom 01.01.2009 zur Bundesstraße aufgestuft. (ehemalige Kreisstraße K 90). Mit dem genannten Datum hat der Landesbetrieb Straßenbau NRW die Unterhaltungs- und Verkehrssicherungspflicht übernommen.

Zu dem Zeitpunkt stand das Bauprogramm 2009 mit entsprechend zugewiesenen Finanzmitteln bereits fest.

Der schlechte Zustand der Straße, die die Regionalniederlassung OWL vom Kreis Lippe übernommen hat, ist uns sicherlich bekannt. Die grundhafte Deckenerneuerung auf der B 239 wird im nächsten Jahr (2010) durchgeführt.

Bis dahin wird die Bundesstraße durch die punktuelle Schadensbeseitigung und Hinweisschilder verkehrssicher gehalten.

Mit freundlichen Grüßen

I.A.

Viktor Pflugfelder

Regionalniederlassung Ostwestfalen-Lippe Betrieb & Verkehr

Telefon: 0521-1082-413

Stapenhorststr. 119 Fax: 0521-1082-400

33615 Bielefeld E-Mail: viktor.pflugfelder@strassen.nrw.de

Dazu meine Antwort:

Hallo Herr Pflugfelder,

zwischen der Kreuzung Diestelbruch und der Kreuzung Hohenloh möchte ich die punktuelle Schadensbeseitigung bezweifeln! Diese gibt es nicht, denn dort wurde kein Loch gestopft! Sie werden immer größer…

Folgendes habe ich am Donnerstag, um ca. 6:40 beobachtet:

Es war nebelig…die zwei Fahrzeuge vor mir nahmen die Schlaglöcher in die Mitte…hierbei wurde der Mehrzweckstreifen mitbenutzt. Plötzlich tauchte im Nebel ein Fahrradfahrer auf. Dieser wurde vom ersten Fahrzeug fast erwischt!!!!

Sollte denn mal über einen solchen Unfall berichtet werden, braucht sich die Strassen.nrw zumindest nicht rausreden!

Mit freundlichen Grüßen

 Würde mich freuen, wenn der Herr Pflugfelder noch reichlich Beschwerdenachrichten bekommen würde!!!!!! 

Ich habe seit einer Woche nichts mehr gehört und die scheinen das Problem auszusitzen!!!!!

Gruß

Bobbycar33