Da las ich doch am Wochenende – des bereits eingesetzten Weihnachtsurlaubes sei dank in ausführlicher Variante – eine der vielen Umsonstgazetten der lippischen Journalismusprovinz kulturlandschaft. Seit ich vor ein paar Jahren in diese Gegend gezogen bin, vervollständigt sich mein Wissen über die lippische Mentalität im allegemeinen und die Detmolder im speziellen immer mehr. “Der Detmolder ist sich selbst genug. Wozu die Landesgrenze des Fürstentums verlassen, wenn es hier doch auch eine Stadt gibt?!” Dabei bin ich mir manchmal nicht ganz sicher, ob jeder Detmolder inzwischen mitbekommen hat, dass Lippe kein Fürstentum mehr ist, sondern nach dem zweiten Weltkrieg einem Bundesland zugeordnet werden musste.
Wozu das ganze? In letzter Zeit wurde ja an dieser Stelle mehrfach über Detmold als Einkaufsstadt im Spätherbst ihres Lebens berichtet. Ich brauche die ganzen Geschäfte, die sich mittlerweile aus Detmold zurückgezogen haben, nicht nochmal aufzählen. Auf jeden Fall las ich in diesem Zusammenhang das Interview mit dem Vorsitzenden der Werbegemeinschaft Detmold Holey. Besonders spannend fand ich die angemarkerte Passage…

“Es gibt Menschen, die sagen, man müsse nach Düsseldorf fahren, um etwa einen guten Anzug zu kaufen.” Ja, dem kann ich sogar hinzufügen: Es gibt sogar Menschen, die nach Düsseldorf fahren, um sich einen guten Anzug zu kaufen! Wobei man sagen muss, dass es auch gute Anzüge in Detmold gibt. Aber eben nur einen oder zwei. Und wer nur Günter Aab und seine 85qm kennt, für den ist Detmold gleich Düsseldorf.
“Wir haben hier alles in Detmold.” Außer Auswahl. Und chic. Und Konkurrenz. Und Lebensmittel…
Man, man. Ich weiß ja, es gibt starke strukturelle Probleme und man kann auch nicht jeden Laden am Weggehen hindern. Aber dieser Blick auf die Dinge ist typisch Detmold: Provinziell bis zum Abwinken. Sich selbst genug…
_________________________________________________________________
Die klirrende Kälte der vergangenen Tage erinnerte mich ebenfalls an so etwas wie Spätherbst. Ein Freudenfest für Winterfans. Menschenleer war sie, die Innenstadt am gestrigen Sonntag. Nun klettern die Temperaturen wieder kräftig und die letzten Weihnachtseinkäufe können erledigt werden. Ich werde die Zeit nutzen, um mit der Familie zu entspannen. In diesem Sinne – allen eine schöne Weihnacht 2009!

5 Kommentare »